Start des zweiten Zertifikatskurses zur Kinderschutzfachkraft: Kinderschutz braucht Fachlichkeit, Haltung und Verantwortung

Neuer LVkE-Zertifikatskurs zur Kinderschutzfachkraft gestartet

München, 23.10.2026 – Am 20. Oktober 2026 ist der neue Zertifikatskurs des Landesverbandes katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen in Bayern e. V. (LVkE) zur Kinderschutzfachkraft bzw. insoweit erfahrenen Fachkraft (IseF) gemäß § 8a und § 8b SGB VIII gestartet. Eröffnet wurde der Kurs von Frank Baumgartner, dem neuen Vorsitzenden des LVkE.

16 Teilnehmende aus ambulanten, teilstationären und stationären Arbeitsfeldern sowie aus dem Bereich Beratung nehmen an der Qualifizierung teil. Das erste Modul „Standards der Risiko- und Schutzfaktorenanalyse und Gefährdungseinschätzung – Spezifische Fehleranalysen und Stolpersteine“ wurde von den Referentinnen Maria Schiefele (KJF Augsburg Soziale Angebote Nordschwaben, Leitung ambulante Angebote) und Margit Jeltsch (KJF Augsburg Soziale Angebote Nordschwaben, Leitung Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung) geleitet.

Frank Baumgartner, Vorsitzender des LVkE, eröffnet am ersten Tag den Zertifikatskurs

Frank Baumgartner unterstrich bei der Eröffnung die Bedeutung einer klaren Haltung im Kinderschutz und appellierte an die Teilnehmenden, die Impulse aus der Qualifizierung in ihre jeweiligen Einrichtungen und Dienste mutig hineinzutragen.

„Kinderschutz braucht qualifizierte Fachkräfte, eine klare Haltung und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Nehmen Sie diese die Impulse aus der Qualifizierung mit in Ihre Einrichtungen und Dienste und verstehen Sie sich als Multiplikatoren, die einen ganz wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass Konzepte zur gelebten Kultur werden“, so Baumgartner.

Kinderschutz ist mehr als die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen. Die Einschätzung möglicher Kindeswohlgefährdungen, die Beratung von Fachkräften und die gemeinsame Entwicklung tragfähiger Handlungsschritte verlangen fundiertes Wissen, fachliche Sicherheit und die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen differenziert zu urteilen.

Mit dem Zertifikatskurs unterstreicht der LVkE die Bedeutung einer qualifizierten und verantwortungsvollen Kinderschutzpraxis. Die insoweit erfahrene Fachkraft nimmt dabei eine wichtige Rolle ein: Sie unterstützt Fachkräfte bei der strukturierten Gefährdungseinschätzung, stärkt deren Handlungssicherheit und trägt dazu bei, den Schutz von Kindern und Jugendlichen fachlich fundiert sicherzustellen.

Qualifizierung ist deshalb kein Zusatz, sondern eine zentrale Voraussetzung für verantwortliches Handeln im Kinderschutz. Sie stärkt die Fachkräfte vor Ort und trägt dazu bei, Unsicherheiten anzusprechen, Risiken sorgfältig einzuschätzen und notwendige Schutzmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten.

Die Referentinnen Maria Schiefele (rechts) und Margit Jeltsch (links)

Der LVkE verbindet mit diesem Angebot einen klaren fachpolitischen Anspruch: Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen, braucht gut ausgebildete Fachkräfte, verlässliche Beratungsstrukturen und eine Praxis, die professionelle Standards konsequent mit einer verantwortungsvollen Haltung verbindet. Dafür müssen die notwendigen fachlichen, zeitlichen und strukturellen Rahmenbedingungen geschaffen und dauerhaft gesichert werden.

Mit dem Start des neuen Zertifikatskurses setzt der LVkE erneut ein klares Zeichen für die Bedeutung kontinuierlicher Qualifizierung und für die gemeinsame Verantwortung, den Kinderschutz in den Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe weiterzuentwickeln.

Ein herzlicher Dank gilt dem Berufsbildungswerk Abensberg, das für das leibliche Wohl und die Beherbergung der Teilnehmenden und Referentinnen sorgte.

Bild des BBW: Archiv BBW/ Anton Mirwald