Erfolgreicher Abschluss des ersten LVkE-Zertifikatskurses zur Kinderschutzfachkraft / Insoweit erfahrenen Fachkraft (IseF)

Mit der feierlichen Zertifikatsübergabe endete am 18. Juni 2026 in der Katholischen Akademie Regensburg der Zertifikatskurs zur Kinderschutzfachkraft bzw. Insoweit erfahrenen Fachkraft (IseF) gemäß § 8a und § 8b SGB VIII sowie § 4 KKG.

Der Kurs war am 21. Mai 2025 gestartet und stellt ein Pilotprojekt des Landesverbandes katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe in Bayern e. V. (LVkE) dar. Entwickelt wurde das Qualifizierungsangebot im Arbeitskreis Kinderschutz des LVkE mit dem Ziel, Fachkräfte gezielt für die anspruchsvollen Aufgaben im Kinderschutz zu qualifizieren und die fachliche Qualität in den Einrichtungen und Diensten nachhaltig zu stärken.

Vortrag von Dr. Simon Meier

Über fünf Module hinweg setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit den fachlichen, rechtlichen und praktischen Anforderungen des Kinderschutzes auseinander. Ein besonderes Qualitätsmerkmal des Kurses waren die begleitenden Intervisionsgruppen zwischen den Modulen. In diesen konnten die Teilnehmenden eigene Fragestellungen aus der Praxis reflektieren, Fallkonstellationen diskutieren und ihre Rolle als zukünftige Kinderschutzfachkräfte weiterentwickeln. Begleitet wurden die Gruppen von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren, die den Transfer der Lerninhalte in die Praxis unterstützten und zusätzliche fachliche Impulse einbrachten.

Die Kursgemeinschaft war während der gesamten Weiterbildung von einem hohen Maß an Engagement, fachlichem Austausch und gegenseitiger Unterstützung geprägt.

Referent des Moduls war Dr. Simon Meier, Dipl.-Psychologe, Kinder-u. Jugendlichenpsychotherapeut und Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der KJF Regensburg.

Ein besonderer Höhepunkt des Abschlussmoduls war die Präsentation der Projektarbeiten, begleitet von den Mentorinnen und Mentoren, am 16. Juni 2026. Die Teilnehmenden stellten dabei vier praxisnahe und fachlich anspruchsvolle Projekte vor:

  • die Darstellung und Analyse eines exemplarischen Beratungsfalles einer Insoweit erfahrenen Fachkraft,
  • die Entwicklung einer Kurzorientierung zum Kinderschutz für neue Mitarbeitende in Einrichtungen,
  • eine Handreichung für nichtpädagogische Mitarbeitende zum Umgang mit Hinweisen auf Gewalt gegen Kinder sowie
  • das Projekt „Selbstfürsorge als IseF ist kein Luxus, sondern Qualitätssicherung“, das die Bedeutung von Achtsamkeit und professioneller Selbstfürsorge im Kinderschutz hervorhob.

Die Arbeiten zeigten eindrucksvoll, dass die Teilnehmenden die vermittelten Inhalte nicht nur sicher beherrschen, sondern diese auch praxisnah aufbereiten, vermitteln und in ihren Einrichtungen umsetzen können. Gleichzeitig wurden wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung des Kinderschutzes innerhalb des LVkE und seiner Mitgliedseinrichtungen eingebracht.

Michael Eibl, Vorsitzender des LVkE, während seiner Ansprache

In seiner Ansprache würdigte Michael Eibl, Vorsitzender des LVkE, das hohe Engagement der Absolventinnen und Absolventen sowie die fachliche Qualität der Projektarbeiten. „Qualifizierte Kinderschutzfachkräfte leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherung und Weiterentwicklung wirksamer Schutzkonzepte und stärken damit den Schutz von Kindern und Jugendlichen nachhaltig“, betonte Eibl, “denn Kinderschutz braucht Haltung, Fachlichkeit und verlässliche Strukturen. Mit diesem Pilotkurs ist es gelungen, hoch engagierte Fachkräfte zu qualifizieren und zugleich wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Kinderschutzes in unseren Einrichtungen zu setzen! Ich danke unserer Geschäftsführerin Petra Rummel, die dieses wertvolle Angebot zum Schutz von Kindern federführend entwickelt hat.“

Der erfolgreiche Abschluss dieses ersten Zertifikatskurses bestätigt den Bedarf an einer fundierten Qualifizierung im Bereich Kinderschutz. Die gewonnenen Erfahrungen aus dem Pilotprojekt werden in die Weiterentwicklung zukünftiger Kursangebote des LVkE einfließen.

Der LVkE gratuliert allen Absolventinnen und Absolventen herzlich zum erfolgreichen Abschluss und dankt den Referentinnen und Referenten, den Mentorinnen und Mentoren sowie den Mitgliedern des Arbeitskreises Kinderschutz für ihr großes Engagement bei der Entwicklung und Durchführung dieses zukunftsweisenden Qualifizierungsangebots.

V.l.n.r.: Michael Eibl (Vorsitzender LVkE), Petra Rummel (Geschäftsführung LVkE), Britta Ortwein-Feiler (Beauftragte für Prävention und Gewaltschutz, Katholische Jugendfürsorge Regensburg), Philipp Santl, Gabriel Simon, Tanja Ederer, Sonja Schlaak, Beate Bronnhuber, Ines Benincasa, Thomas Kern, Katharina Lache, Johannes Felix Höfer, Birgül Kütükcü, Oliver Bandorf, Dr. Simon Meier (Dipl.-Psychologe und Referent), Veronika Wiesneth.

Ein herzlicher Dank gilt der Katholischen Akademie Regensburg, die für das leibliche Wohl und die Beherbergung sorgte.