Gemeinsam Verantwortung übernehmen – Vorstand des LVkE tagte in Regensburg

Am 23. Juni 2026 kam der Vorstand des LVkE zu seiner letzten Sitzung der Wahlperiode 2022–2026 in der Katholischen Akademie Regensburg zusammen. Der Vorsitzende, Michael Eibl, eröffnete die Sitzung mit einer herzlichen Begrüßung aller Vorstandsmitglieder, insbesondere des Landes-Caritasdirektors Dr. Magg, sowie der Gäste. 

Michael Eibl dankte für das große Engagement, die vertrauensvolle Zusammenarbeit und den offenen fachlichen Austausch in den vergangenen vier Jahren. In seinem Eingangsstatement machte er deutlich, was den LVkE auszeichnet:

Unser Verband lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen – für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Gerade in Zeiten, in denen von Politikern Einsparungen in der Kinder- und Jugendhilfe gefordert werden, braucht es eine klare Haltung, gegenseitiges Vertrauen und die Bereitschaft, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Wir haben zwar Kostensteigerungen wie in allen anderen Bereichen, sind aber vor allem mit einer Problemexplosion bei Kindern und Jugendlichen konfrontiert. Die bisher nie da gewesenen Anfragen bei den Erziehungshilfeeinrichtungen verdeutlichen der Politik, dass sie die Erziehungshilfe stärken muss! Jedes Kind und jeder junge Mensch hat ein Recht auf Schutz, Förderung, Beteiligung und eine gute Zukunft.“

Michael Eibl, Vorsitzender des LVkE

Die Tagesordnung spiegelte die Vielfalt der Aufgaben und Herausforderungen des Verbandes wider. Neben strukturellen verbandlichen Themen beschäftigte sich der Vorstand mit der erfolgreichen Satzungsänderung des LVkE, deren Eintragung in das Vereinsregister am 12. Mai 2026 erfolgt ist. Damit wurden wichtige organisatorische Weichen für die zukünftige Verbandsarbeit gestellt. Ebenso standen die aktuelle Finanzentwicklung des LVkE sowie strategische Fragestellungen für die kommenden Jahre auf der Agenda.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den aktuellen fachpolitischen Entwicklungen in Bayern. Hierzu durfte der Vorstand Dr. Harald Britze, Leiter des Bayerischen Landesjugendamtes, als Gast begrüßen. In einer von gegenseitiger Wertschätzung und Offenheit geprägten Gesprächsrunde wurden zentrale Themen der Kinder- und Jugendhilfe diskutiert. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Weiterentwicklung des Ombudschaftswesens in Bayern, die Aufarbeitung des Leids ehemaliger Heimkinder im Kontext sexualisierter Gewalt, die Stärkung von Partizipation sowie aktuelle Entwicklungen im Kinderschutz.

Der LVkE blickt auf eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesjugendamt zurück. Der regelmäßige fachliche Austausch ist Ausdruck eines gemeinsamen Verständnisses, die Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien kontinuierlich zu verbessern und die Kinder- und Jugendhilfe in Bayern gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die Auseinandersetzung mit den Erfahrungen ehemaliger Heimkinder ist für den LVkE dabei weit mehr als ein Blick in die Vergangenheit. Erinnerungskultur und Kinderschutz gehören untrennbar zusammen. Aus dem Leid der Betroffenen erwächst die Verantwortung, heute alles dafür zu tun, dass Kinder und Jugendliche geschützt aufwachsen, ihre Rechte kennen, beteiligt werden und in Einrichtungen verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner finden. Dieser Anspruch prägt das Handeln des Verbandes und seiner Mitgliedseinrichtungen.

Einen weiteren fachlichen Impuls setzte Sabrina Göpfert, Geschäftsführerin der AGkE der Diözese Würzburg, die der Sitzung virtuell zugeschaltet war. Sie stellte die im LVkE neu entwickelte digitale Lehrplattform im Rahmen der Qualifizierung zur Insofern erfahrenen Fachkraft (IseF) vor. Die Plattform verbindet fachliche Qualität mit modernen Lernformaten und schafft neue Möglichkeiten, Fachkräfte bayernweit nachhaltig für den Kinderschutz zu qualifizieren.

Mit dem Ende der Wahlperiode 2022–2026 zog der Vorstand zugleich Bilanz. Gemeinsam ist es gelungen, die fach- und sozialpolitische Interessenvertretung des LVkE zum Wohl von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in Bayern weiter zu stärken. Der Verband hat seine Stimme in politischen und fachlichen Diskursen sichtbar eingebracht, Entwicklungen mitgestaltet und die Anliegen seiner Mitgliedseinrichtungen engagiert vertreten. Gleichwohl bleibt noch viel zu tun. Die Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe wachsen, und sie verlangen auch künftig eine starke Interessenvertretung, klare Positionen und einen engen Schulterschluss aller Verantwortungsträger.

In seinem Schlusswort brachte der Vorsitzende den Auftrag des Verbandes auf den Punkt:

„Wer Verantwortung für Kinder und Jugendliche übernimmt, muss Haltung zeigen – gerade dann, wenn es darum geht, aus der Vergangenheit zu lernen. Erinnerung verpflichtet uns, den Kinderschutz stetig weiterzuentwickeln, Beteiligung zu stärken und jungen Menschen eine verlässliche Stimme zu geben. Als LVkE werden wir uns auch künftig mit fachlicher Kompetenz, klaren Werten und einem offenen Dialog für die Belange von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien einsetzen. Denn jedes Kind verdient einen sicheren Ort, an dem es sich entwickeln, entfalten und Vertrauen erleben kann.“

Für einen angenehmen Rahmen der Sitzung sorgte das Team der Katholischen Akademie Regensburg, das die Teilnehmenden den gesamten Tag über mit großer Gastfreundschaft und Herzlichkeit versorgte.

V.l.n.r. und v.v.n.h.: Joachim Nunner, Michael Eibl, Petra Rummel, Antonia Wieland, Axel Reindl, Birgit Schaufler, Michaela Fischer, Florian Heckl, Bert Stegmann, Daniel Kiesel, Frank Baumgartner, Eckart Wolfrum, Franz Raschof, Barbara Igl, Wolfgang Meixner, Anja Sauerer

Mit Dankbarkeit für das gemeinsam Erreichte und Zuversicht für die kommenden Aufgaben endete die letzte Vorstandssitzung der Wahlperiode 2022–2026. Der LVkE wird auch künftig ein verlässlicher Partner für seine Mitgliedseinrichtungen, für Politik und Verwaltung sowie vor allem für Kinder, Jugendliche und ihre Familien in Bayern sein. Gemeinsam mit seinen Partnern wird er sich weiterhin mit Nachdruck für eine starke, werteorientierte und zukunftsfähige Kinder- und Jugendhilfe einsetzen – getragen von der Überzeugung, dass Haltung, Verantwortung und Menschlichkeit das Fundament dafür bilden.